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Fragen und Antworten rund um die Gynäkologie

Wir haben hier einige der häufigsten Fragen unserer Patientinnen zusammengestellt und werden diesen Bereich auch weiterhin ausbauen. Wenn Sie einen Vorschlag für uns haben, sprechen Sie uns beim nächsten Termin doch darauf an!

Soll ich meine Tochter gegen HPV impfen lassen?

Seit 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Insgesamt gibt es über hundert verschiedene Typen des humanen Papilloma-Virus (HPV). Ein Teil davon wird mit der Entstehung von Zellveränderungen (Dysplasien) und Krebs (Zervixkarzinom) am Gebärmutterhals in Verbindung gebracht – man bezeichnet sie als »Hochrisiko-HPV« (IARC 2011).

Auch gutartige Erkrankungen wie Feigwarzen an den Genitalien entstehen durch einige HPV-Typen. Ungefähr 75% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem HP-Virus, welches durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Eine Infektion verläuft meistens unbemerkt und bei wiederum den meisten heilt sie spontan aus. Allerdings kann sie auch chronisch verlaufen, was durch die Einnahme der Pille oder Rauchen begünstigt werden kann.

Bei 1 % dieser chronisch Infizierten entwickelt sich im Laufe der Jahre ein Gebärmutterhalskrebs, wenn die Zellveränderungen zuvor nicht im Rahmen einer regelmässigen Krebsfrüherkennungsuntersuchung entdeckt und behandelt werden. Die Impfstoffe wirken gegen die beiden Hochrisiko-Typen 16 und 18 und jeweils gegen einige andere Typen. Daraus ergibt sich, dass es durch die Impfung keinen absoluten Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs geben kann, so dass der gebräuchliche Begriff „Gebärmutterhalskrebsimpfung“ falsch ist.

Es sind weiterhin regelmässige Kontrollen im Sinne von Abstrichuntersuchungen erforderlich, um die Entstehung von möglichen, durch andere HPV-Typen induzierten Zellveränderungen frühzeitig zu entdecken.

Üblicherweise wird die Impfung in drei Einzeldosen im Abstand von 2 und 6 Monaten verabreicht und im Allgemeinen sehr gut vertragen. Gelegentlich kann es zu Hautirritationen oder leichten Schmerzen an der Injektionsstelle kommen.

Neues zur HPV-Impfung: seit 2016 ist ein neuer Impfstoff auf dem Markt: Gardasil9, der nun neben den herkömmlichen vier HPV-Typen noch fünf weitere Typen beimpft, die an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein könnten. Die Impfung ist ab dem 9. LJ zugelassen. Mädchen bis zum Alter von 14 Jahren benötigen ledigliche zwei Impfdosen anstelle von drei.

 

Muss ich am MGF-Screening teilnehmen?

Das MGF-Screening ist ein staatlich finanziertes Vorsorgeprogramm gegen Brustkrebs, das alle Frauen zwischen 50 und 70 Jahren erfassen soll. Alle zwei Jahre erhalten die betreffenden Frauen eine Einladung inclusive Termin, den man selbstverständlich auch noch verschieben kann. Sinn des Screenings ist es, Tumore möglichst frühzeitig zu erfassen, nämlich in Stadien, in denen sie noch nicht zu tasten sind.

Das eröffnet bei der Therapie die Chance, brusterhaltend zu operieren und eventuell auf eine Chemotherapie verzichten zu können. Weil die Befundung durch zwei Radiologen unabhängig voneinander durchgeführt werden muss, erfolgt die Befundmitteilung erst ein paar Tage später. Diese Ärzte müssen hohen Qualitätsanforderungen entsprechen.

Die Teilnahme an diesem Programm ist uneingeschränkt zu empfehlen, weil die Mammographie nicht Teil der Krebsfrüherkennung ist, es sei denn es besteht ein konkreter Krankheitsverdacht.

Ebenso kann die Mammographie durch eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) lediglich ergänzt und nicht ersetzt werden, da man in der Mammographie z.B. Verkalkungen, die ein Hinweis auf eine Krebsvorstufe sein können, sehen kann, die durch eine Sonographie kaum erfasst werden.

Ist eine Grippeschutzimpfung in der Schwangerschaft gefährlich?

Die Ständige Impfkomission empfiehlt die Grippeschutzimpfung in der Schwangerschaft ab dem 2.Trimenon.

Vorteile sieht sie darin, dass man bei einer Grippeerkrankung der Schwangeren zum einen mit den therapeutischen Möglichkeiten sehr eingeschränkt ist und man zum anderen dem Kind für die Zeit nach der Geburt bereits einen „Nestschutz“ im Sinne einer erweiterten Immunabwehr.

Für nähere Informationen halten wir in der Praxis gesonderte Flyer bereit.

Ab wann soll ich meine Tochter zum Frauenarzt schicken?

Generell gibt es für den ersten Frauenarztbesuch kein definiertes „Eintrittsalter“. Auch nicht der Beginn der ersten Regelblutung. Erst, wenn es hier zu starken Beschwerden kommen sollte, wie z.B. starke Unterbauchschmerzen, wäre eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Eine günstige Gelegenheit, dass sich junge Mädchen und Frauenarzt erstmal „beschnuppern“ können, bietet die Beratung über die HPV-Impfung. Viele Mädchen suchen erstmalig einen Frauenarzt auf, wenn sie sich die Pille verschreiben lassen möchten. Auch dann ist meistens noch keine Untersuchung vonnöten.

Was tun bei Scheidentrockenheit in/nach den Wechseljahren

Im Laufe des Lebens baut sich die Schleimhaut der Scheide, die in der reproduktiven Zeit aus ca 30 Schichten aufgebaut ist, immer mehr ab und besteht nach den Wechseljahren nur noch aus 2-3 Schichten. Dies kann zu starkem Juckreiz, zu Brennen oder auch zu Schmerzen im Vaginalbereich führen, besonders auch beim Geschlechtsverkehr Beschwerden machen.

Sie brauchen keine Scheu zu haben, uns darauf anzusprechen, weil es sich dabei um sehr häufig auftretende, „normale“ Leiden des Älterwerdens handelt und man einige Möglichkeiten der Abhilfe hat.

Es gibt sowohl hormonfreie Präparate (Salben oder Zäpfchen), die eine nicht nur direkt zu einem geschmeidigeren, feuchteren Milieu führen, sondern zusätzlich eine rückfettende Wirkung auf die Schleimhaut haben.

Zum Wiederaufbau der Epithelschichten allerdings empfiehlt es sich, östrogenhaltige Präparate zu verwenden. Auch diese gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, wie als Vaginaltablette, als –zäpfchen oder als –creme. Dies wirkt hauptsächlich am Ort des Geschehens, also lokal und hat nur eine sehr geringe systemische Wirkung (im Blutkreislauf).